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„Joseph bei der Kripplein saß“
Eine moderne Vatervorstellung in der mittelalterlichen Bilderwelt

„Als Maria und Josef in Bethlehem waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen.“ In kurzen Worten schildert Lukas in seinem Evangelium des Neuen Testaments die Geburt von Jesus. Tatsächlich wurde bis ins 3. Jahrhundert der Geburt Christi keine große Bedeutung beigemessen. Erst als im 4. Jahrhundert Helena, die Mutter von Konstantin dem Großen, den Auftrag zum Bau der Geburtsbasilika in Bethlehem erteilte, wurde die Geburt Jesu zu einem eigenen Fest am 25. Dezember.

Im Verlauf der Jahrhunderte veränderte und verselbständigte sich das Bildmotiv zu dieser Geburt. Wir finden auf Tafelgemälden und Altären einen fürsorglichen Josef, der den Brei für das Neugeborene zubereitet und dafür mit aufgeblasenen Backen das Feuer unter der Pfanne entfacht. Ist Josef ein „bäuerlicher Tölpel“, ein „volkstümliches Element“, eine Witzfigur? Oder gar Vorbild gewesen?

In dieser etwas anderen Weihnachtsgeschichte, die offenbar den Bedürfnissen der Zeitgenoss:innen entsprach, ist Josef ein unaufdringlicher Mann, der im Hintergrund wirkt und liebevoll seine soziale Vaterschaft annimmt – eine Vaterfigur, die in den Folgejahrhunderten kaum vorbildhaft wirkte …

Kurstermine 1

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Datum Ort
1 Montag  •  07.12.2026  •  19:00 - 20:30 Uhr Online-Kurs
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